Im Gespräch mit RENO Sachsen
Sieben Mitglieder waren es am Anfang. Bei der 1. Mitgliederversammlung am 30. Juni 1999 wurde auf Initiative zweier Rechtsanwaltsfachangestellter der bereits seit 1993 bestehende Verein RENO Dresden „zu neuem Leben erweckt“ und in den RENO Sachsen e.V. umgewandelt. Zu den ersten monatlichen Stammtischen waren nun Vereinsmitglieder und Interessierte aller Berufsgruppen eingeladen.
Heute, nach 10 Jahren, besteht der Ortsverein immerhin aus 51 Mitgliedern. Fünf Ehrenamtliche davon treffen sich jeden Monat, „um den Verein voranzubringen.“ Aber nach wie vor bestimmen Nachwuchs-sorgen die Vereinsarbeit. „Wir haben leider Gottes nicht so viele Mitglieder, obwohl wir schon Akquise machen.“, bedauert Präsidentin Rita Ziesche. Woran es liegt? Die Angestellten müssten häufig Über-stunden leisten und abends sei dann die Luft raus, sich noch ehrenamtlich zu engagieren. 2004 musste daher sogar vorübergehend die Vereinsarbeit auf Eis gelegt werden wegen mangelnder Mitglieder-zahlen. Daraufhin trat sowohl der Bundesverband als auch die Rechtsanwaltskammer Sachsen an den Vorstand heran und bot intensive Mithilfe an. Dies gab den nötigen Auftrieb und den Elan, weiterzu-machen, die Mitgliederzahlen stiegen wieder.

Vordere Reihe von links: Ines Kucharz und
Rita Ziesche.
Hintere Reihe von links: Bianca Nestler, Ilka Konnegen, Heike Lenhard
Und die Arbeit hat sich gelohnt. Der RENO Sachsen e.V. wirkt heute mit im Berufs- und Prüfungsausschuss der Rechtsanwaltskammer Sachsen, bei der ReNoPat- Ausbildungsverordnung, unterstützt die Rechtsanwaltskammer regelmäßig bei Messen, z.B. Dresden bei der „KarriereStart“, nachdem das erstmalige Zusammen-wirken 2005 ein voller Erfolg war. Auf dem Stand der Rechtsanwaltskammer wird seitdem der Beruf der Rechtsanwaltsfachangestellten vorgestellt. Schließlich lautet auch das Motto des Vereins: „ In jedem Beruf ist der erste Schritt zum Erfolg, sich dafür zu interessieren.“
Besonderen Wert wird jedoch auf die Aus- und Weiterbildung
für Azubis und Angestellte gelegt.
„Im Augenblick konzentrieren wir uns auf die Prüfungsvorbereitungen“. Es werden kleine Seminare angeboten für die Auszubildenden, die meist ausgebucht sind. Durch eine optimale Vorbereitung soll den Auszubildenden die Angst vor der Prüfung genommen werden. Aber auch andere Seminare werden angeboten. Besonders das RA-Micro stieß auf reges Interesse. Daneben stehen auch Gebührenrecht, Mahnverfahren, Zwangsvollstreckung, Englisch und Buchhaltung auf den Plan. Veranstaltungsorte sind neben Dresden auch Leipzig und Chemnitz. Schon allein deshalb lohnt sich die Vereinsarbeit auch für die Mitglieder selbst, schließlich sind die Kurze für sie günstiger.
Das Vergnügen und die Geselligkeit kommen selbstverständlich auch nicht zu kurz, etwa bei gemein-samen Bowling-Abenden oder bei den regelmäßigen Stammtisch-Treffen, wo Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch besteht. Eingeleitet werden diese Abende von einem Vortrag. Das letzt Mal standen „Straf- und Ordnungswidrigkeiten in der Praxis“ auf dem Programm, referiert von einer Fachanwältin für
Strafrecht. Danach können immer Fragen zu dem jeweiligen
Thema gestellt werden. Das Schönste an
diesen Abenden sei aber: Wenn der formelle Teil dann
beendet sei, würden die Kolleginnen anfangen sich
auszutauschen. Sämtliche Seminare, Prüfungsvorbereitungen
und Stammtische stehen ebenfalls auch
Nichtmitgliedern offen.
Als Fazit fasst die Präsidentin zusammen:
Vereinsarbeit
sei zeitaufwendig, aber schön.
Als Letztes möchte ich noch wissen: Wenn Sie drei
Wünsche frei hätten, was würden Sie sich für Ihren
Verein wünschen? Die Antwort lässt nicht lange aufsich warten: „Motivierte und engagierte Mitglieder,
für den Anfang reichen erst mal 100 – und noch mehr
Unterstützung durch die Rechtsanwaltskammer.“
Bei dem Elan, die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt anzugehen,
wird die Marke sicher in naher Zukunft geknackt
werden.
Wenn Sie Interesse haben, dabei mitzuwirken, sind
Sie herzlich willkommen auf einem der nächsten
Stammtischabende (Informationen dazu finden Sie
auf der Internetseite).
Von Simone Stricker, Bielefeld
Veröffentlich in der RENOpraxis Heft 6/2009
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